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Mein Workflow - warum RAW ?

 

Mehr Farbtiefe - ein Vorteil des „Roh“-Formates ist die erheblich höhere Farbtiefe (d.h., wieviele Abstufungen bzw. Tonwertübergänge ein Bildformat darstellen kann). Ein JPEG-Bild kann mit seiner Farbtiefe von 8 Bit exakt 256 Tonwertstufen darstellen, das RAW-Format hingegen kann mit seinen 12 Bit Farbtiefe dann bereits enorme 4096 Tonwertstufen darstellen. Für einen einfachen Print reichen 256 Abstufungen meistens noch aus, in der professionellen Bildbearbeitung bedeuten 4096 Abstufungen viel genauere Tonwertkorrekturen. Innerhalb eines RAW-Workflows verfügt man über mindestens 12 Bit statt 8 Bit. 

In Action
In Aktion

Das ergibt beim RAW dann 2 hoch 12 Abstufungen in den Grundfarben und damit schon 4.096 Stufen pro Pixel. Bei drei Grundfarben stehen 4.096 hoch 3, also 68.719.476.736 Farbwerte zur Verfügung, mit denen gearbeitet werden kann. Dieser Vorteil macht sich hinsichtlich der Vermeidung von Tonwertausbrüche in den Lichtern oder Tiefen ohne Detailzeichnung während der Aufnahme und in der Nachbearbeitung bemerkbar. RAW-Dateien enthalten während des gesamten Workflows viel mehr Farbinformationen. Bereits ein zusätzliches Bit Farbtiefe (analog dem Belichtungsspielraum beim analogen Film) verdoppelt den Tonwertumfang. Wenn sich bildwichtige Details in einem engen Bereich des Tonwertumfangs konzentrieren (schwarze Tür, Person im Schatten), dann kann man diesen Bereich bei der Bildnachbearbeitung noch auf einen 8-Bit-Echtfarben-Tonwertumfang spreizen. Wenn lediglich nur 8 Bit zur Verfügung stehen, dann führt jede Spreizung eines Teils davon zwingend zu Lücken im Tonwertverlauf (als Abstufungen/Posterisierung bezeichnet), die im Bild dann deutlich sichtbar sind und im Histogramm als Kammbildung hervorstechen.

Mehr Farbe bedeutet:

 

viel mehr Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung

 besserer Ausgleich von Farbstichen oder Farbfehlern

 mehr Möglichkeiten, dunklen Flächen (Tiefen) Inhalt zu geben

 mehr Möglichkeiten, weiße Flächen (Höhen) zu strukturieren

 

Die Dateigröße - die Datenmengen ist beim RAW-Format zwar höher als beim JPEG-Format, aber wieder gegenüber dem Druckvorstufen-Austauschstandard TIFF deutlich geringer.

 

Naturbelassen - RAW-Bilder sind rohe Daten des Sensors und werden verlustfrei abgespeichert. Sie stellen das digitale Negativ dar. Kamerainterne Nachbearbeitungen, wie sie beim JPEG-Format vorgenommen werden, entfallen vollständig. Zudem beinhaltet das Fotografieren in RAW den Vorteil, dass man sich um viele Einstellungen nicht wirklich kümmern muss, da alle Aufnahmeparameter (z.B. Weißabgleich, Farbraum, Bild-Schärfung) am Computer verlustfrei und unbegrenzt änderbar sind. Sämtliche Bildparameter in der Kamera sind bei mir auf Aus oder normal.

 

freundliche Verabschiedung
freundliche Verabschiedung

 

RAW-Konverter - das Öffnen/Importieren der RAW-Dateien erfordert entsprechende    Konverter. Das Format ist leider proprietär, d.h., jeder Hersteller kocht sein eigenes Format-Süppchen. Problematisch ist die zukünftige Datensicherheit gängiger Rohdatenformate, da das Format RAW nicht standardisiert ist (Canon _CRW, Nikon _NEF, Olympus _ORF , Fuji _RAF u.a.m.). Für die digitale Nachbearbeitung und Weiterverwendung für das Web, Papier/Druck und Präsentation/Beamer muss ein RAW in entsprechende Austauschformate wie TIFF, PSD, DNG oder JPEG umgewandelt werden.

 

Ausgehend von  den enormen Vorteilen und Möglichkeiten, die das RAW-Format bietet, fotografiere ich ausschließlich in RAW. Aus Gründen der besagten zukünftigen Datensicherheit lege ich neben dem RAW-Original noch ein 16-Bit-TIFF ab.